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Stauden richtig einpflanzen – 
Das ist zu beachten, damit Sie jahrelang Freude mit Ihren Stauden haben!

Stauden richtig einpflanzen – Das ist zu beachten, damit Sie jahrelang Freude mit Ihren Stauden haben!

Etwas zu pflanzen, eine Staude, einen Jungbaum oder ein Gehölz, das sollte doch nicht so schwer sein, denkt man. Man gräbt ein Loch in die Erde, das groß genug ist, um die Pflanze hineinzusetzen, drückt sie an, gießt sie und fertig! Klar, so einfach scheint es zu sein. Aber oft haben Gartenbesitzer Fragen, wenn ihre Pflanzen nicht so wachsen, wie sie sollen.

Auf den ersten Blick sieht alles richtig aus: Stauden und Gehölze stehen an ihrem Platz, werden gepflegt, ausreichend gewässert, geschnitten und gedüngt. Trotzdem wirkt das Endergebnis eher schwach, denn die Fehler passieren oft schon vor dem ersten Pflanzvorgang. Aber, was kann man falsch machen?

Das Schlimmste, was man einer jungen Pflanze antun kann, ist, sie in verdichteten Boden zu setzen. Das passiert ständig – vor allem in neu gestalteten Gärten rund um Bauprojekte.

15. Mai 2026
OUTBAY
Redaktionsteam Outbay

Verdichteter Boden nach dem Hausbau – warum es faulig riecht und was Sie dagegen tun können!

starke Verdichtung des Bodens sorgt für fauligen Geruch

Nach Abschluss von Bauarbeiten sieht der frisch aufgebrachte Mutterboden oft perfekt aus – dunkel, eben und bereit zur Bepflanzung. Doch schon nach kurzer Zeit kann ein unangenehmer, fauliger Geruch aus dem Boden aufsteigen. Der Grund liegt tiefer: Durch den Einsatz von Baufahrzeugen wie Baggern, Lkw oder Radladern wird der Untergrund stark verdichtet. Auch das Lagern schwerer Materialien trägt dazu bei, dass die Luftporen im Boden verschwinden.

Unter dieser kompakten Schicht beginnen organische Reste – etwa alte Wurzeln, Grasnarben oder Pflanzenteile – ohne Sauerstoff zu verrotten. Diese sogenannte anaerobe Zersetzung unterscheidet sich deutlich von der natürlichen Kompostierung, bei der Sauerstoff vorhanden ist. Statt fruchtbarer Humus entsteht Fäulnis, die unangenehme Gase freisetzt. Das Bodenleben wird nachhaltig geschädigt. Typische Anzeichen sind ein fauliger Geruch, kaum Regenwürmer und eine bläulich-graue Verfärbung der Erde.

So wird der Boden wieder gesund - Boden lockern bis in die Tiefe

manuelle Tiefenlockerung des Bodens

Damit Ihr Garten langfristig vital bleibt und ihre frisch gepflanzten Stauden und Gehölze gedeihen, helfen folgende Maßnahmen.

Zunächst müssen Sie die verdichteten Bodenschichten auflockern. Mit einem Spaten, einer Grabegabel oder bei größeren Flächen mit einer Gartenfräse ist der Boden tiefgründig zu lockern, um wieder Sauerstoff einzubringen.

Das vielseitigste Werkzeug für eine manuelle Tiefenlockerung ist eine Grabe- oder Spatengabel. Die Zinken dringen tief in den Boden ein, durch leichtes Anheben der Gabel wird die Erde gelockert, Risse entstehen, so dass Wasser und Luft eindringen können. Den Boden 50 – 60 cm umzugraben und zu lockern ist allerdings eine schweißtreibende Arbeit.

Für sehr große Flächen oder massive Verdichtungen, wie sie nach Bauarbeiten auftreten können, werden vor der Bepflanzung spezielle Tiefenlockerer verwendet, z.B. Motorhacken oder Fräsen.  Der Hauptvorteil dieser Werkzeuge gegenüber einem Spaten oder einer Grabegabel liegt darin, dass sie den Boden belüften und lockern, anstatt ihn komplett umzugraben und dabei das natürliche Bodenleben und die vorhandenen Bodenschichten zu stören. Sind die Böden schon bepflanzt oder größere Flächen im Garten verdichtet, können Sie eine Druckluftlanze zur Bodenbearbeitung einsetzen, denn hier wird Druckluft in den Boden gepresst, der dadurch aufgebrochen und gelockert wird.

Holen Sie sich, wenn nötig, Hilfe vom Fachmann mit einer Druckluftlanze oder Sie mieten Sie für diese Arbeit entsprechende Profigeräte1.

Ein anderes Problem verdichteter Böden ist ein gestörter Wasserhaushalt. Regnet es, kann das Wasser nicht im Untergrund versickern. Die Pflanzenwurzeln stehen im Wasser, (Staunässe), dies führt in den meisten Fällen zu Sauerstoffmangel, Wurzelfäule und schließlich zum Absterben der Pflanze. Herrscht Trockenheit, können die Wurzeln der Pflanzen keine Feuchtigkeit aus tieferen Bodenschichten ziehen und die Pflanze vertrocknet.

Bodenstruktur mit den richtigen Materialien verbessern

Im zweiten Schritt sollten Sie deshalb die Bodenstruktur verbessern. Sie können organisches Material wie Kompost (Corthum Gartenkompost), gewaschenen Sand (Rheinsand 0/2), Perligran Premium oder Corthum Rindenhumus als natürlichen Bodenverbesserer einarbeiten und sorgen so für eine lockere, luftdurchlässige Struktur.

Ergänzend kann es sinnvoll sein, eine Beet Drainage für die Staudenpflanzfläche anlegen. Bei sehr lehmigen Böden wird eine Drainschicht aus Kies (Rheinkies 16/32) oder Naturschotter helfen, Staunässe zu vermeiden. Bei gemischtlehmigen Böden ist Blähton oder Lava besser geeignet, denn diese Materialien sind porös, nehmen überschüssiges Wasser auf und geben es bei Bedarf wieder ab.

Hilfreich und nachhaltig ist es auch, die Mikro- und Kleinstlebewesen im Boden zu fördern. Regenwürmer, Mikroorganismen und Bodenbakterien benötigen vor allem ausreichend Feuchtigkeit, organisches Material als Nahrung, eine geeignete Temperatur, genügend Sauerstoff und einen passenden pH-Wert.

Um das Bodenleben in einem Staudenbeet nachhaltig zu fördern, sind die wichtigsten Maßnahmen die regelmäßige Zufuhr von organischem Material, nach der Bepflanzung die Vermeidung von tiefgründigem Umgraben und eine durchdachte Beetabdeckung mit geeignetem Material wie zum Beispiel Corthum Piniendekorrinde, denn durch Mulchen, regelmäßige Kompostgaben und den Verzicht auf chemische Dünger regeneriert sich der Boden schneller. Aber die Gerbsäure kann jedoch das Wachstum mancher empfindlichen Pflanzen hemmen. Es ist ratsam auf die Pflanzempfehlung zu achten, vor dem Ausbringen der Mulchschicht sollte gedüngt werden, um Stickstoffmangel während des Zersetzungsprozesses auszugleichen (z. B. mit Hornspänen).

Bei Regenwetter: Betreten verboten!

Stauden werden empfindlich bei Nässe

Beim Pflanzen von Gehölzen oder Stauden sollten Sie unbedingt darauf achten, die Bodenbearbeitung bei Nässe zu vermeiden. Wenn Gartenprofis bei Regen die Arbeit einstellen, hat das nichts damit zu tun, dass sie sich vor schlechtem Wetter drücken wollen, sondern vielmehr liegt der Grund in der empfindlichen Struktur des Bodens, die viel Sorgfalt erfordert. Stellen Sie sich die Struktur eines typischen Gartenbodens wie ein feines Netz aus Adern und Poren vor, durch das Wasser und Luft zirkulieren können. Der Boden „atmet“ und lebt.

Wenn Sie jedoch bei Regen einen nassen Boden umgraben oder bearbeiten, zerstören Sie diese feinen Poren und Kanäle. Der Boden wird verdichtet und kann weder Wasser aufnehmen noch abgeben. Ein solcher verdichteter Boden benötigt viel Zeit, um sich zu regenerieren, und viele Pflanzen können Verwerfungen in einem solchen Wurzelbereich nicht überleben.

Trittsteine oder Weg anlegen

Staudenbeet nicht ohne Trittsteine betreten

Schon beim Einpflanzen Ihrer Stauden sollten Sie deshalb darauf achten, keine Spuren von Gummistiefeln oder schweren Arbeitsschuhen in den Pflanzflächen zu hinterlassen. Denn damit schädigen Sie den atmenden Boden, der dort wo er betreten wird, unabsichtlich verdichtet und in der Bodenstruktur beschädigt wird. Sie sollten also entweder genügend große Trittsteine oder einen Weg durch die Pflanzung anlegen.

Wenn Sie ein neues Beet anlegen und feststellen, dass der vorhandene Boden arm an Nährstoffen und Humus ist, sollten Sie vor der Pflanzung nährstoffreiche Erde aufgetragen. Unsere Produkte Corthum Pflanzerde oder Corthum Staudenerde torffrei beinhalten alle Mineral- und Nährstoffe, die zur optimalen Begrünung von Staudenbeeten gebraucht werden. Das ist sinnvoll und notwendig, insbesondere wenn Sie Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf setzen möchten.

Nährstoffreiche Erde bei Stauden einarbeiten

Neuanlage eines Staudenbeets

Ist es notwendig bei der Neuanlage des Staudenbeets Pflanzerde oder Kompost zu verwenden, ist es unerlässlich, den Boden umzugraben. Es reicht nicht die jungen Stauden in die neu aufgebrachte Pflanzschicht zu setzen, denn die Pflanzen werden nach dem Einpflanzen ihre Wurzeln nicht in die Tiefe entwickeln (da dort keine Nährstoffe vorhanden sind), sondern sich bequem in der obersten, nährstoffreichen Erdschicht ansiedeln. In der nächsten Trockenperiode haben diese Pflanzen dann deutlich mehr Schwierigkeiten als jene, die tiefere Wurzeln gebildet haben. Daher gilt auch hier: Umgraben und die frische Erde einarbeiten, bis sie vollständig integriert ist.

Worauf müssen Sie beim Einpflanzen von Stauden achten?

Auch beim Pflanzen von Stauden sollten Sie unbedingt, wie auch bei Kräutern und Gemüse, auf die richtige Nachbarschaft im Beet achten. Die richtige Kombination, oft als Mischkultur bezeichnet, kann das Wachstum, die Gesundheit und die optische Wirkung der Pflanzen positiv beeinflussen.

Warum die Nachbarschaft von Stauden wichtig ist 

Achten Sie auf eine geschickte Kombination der Stauden

Manche Pflanzen ergänzen sich und fördern gegenseitig ihr Wachstum. In der Natur kommen oft Pflanzen zusammen vor, die sich optimal ergänzen und an die speziellen Bedingungen eines Standortes angepasst sind. Bestimmte Pflanznachbarschaften können Schädlinge abwehren oder das Risiko einer Krankheitsübertragung verringern.

Eine enge Nachbarschaft mit unverträglichen Pflanzen kann das Infektionsrisiko hingegen erhöhen. Unterschiedliche Wurzelsysteme (z.B. tiefe und flache Wurzeln) nutzen verschiedene Bodenschichten, wodurch Nährstoffe und Wasser effizienter aufgenommen werden. Und schließlich die Optik: durch geschickte Kombinationen kann die Wirkung attraktiver Stauden noch gesteigert werden, sowohl in Bezug auf Farben als auch auf Wuchsformen.

Alle Outbay Staudenpakete sind optimal aufeinander abgestimmt und berücksichtigen diese Voraussetzungen. Wer clever kombiniert, fördert so nicht nur die Artenvielfalt, sondern genießt auch eine nachhaltige und gesunde Blütenpracht direkt vor der Haustür. Nutzen Sie die unserem Staudenpaket beiliegende Pflanzpläne, denn so entsteht ein Garten, der das Jahr Freude macht und immer wieder neue Eindrücke bietet.

Ist die Setztiefe bei Staudenpflanzungen wichtig?

Setztiefe bei Stauden

Ja, achten Sie auch darauf, dass die Stauden ausreichend tief gesetzt werden. Lassen Sie keine Staudenballen aus der Pflanzerde herausragen, denn das sieht nicht nur merkwürdig aus, sondern kann bei einer Herbstpflanzung auch problematisch werden, da der Frost solche noch nicht eingewachsenen Ballen oft aus dem Boden drückt.

Daher sollte das Pflanzloch ausreichend groß sein, und das Erdreich um das Loch ebenfalls mit der Pflanzschaufel aufgelockert werden. So können sich die Wurzeln gut ausbreiten und stoßen nicht auf hartes Erdreich. Anschließend sollte die Staude fest angedrückt werden, um den Erdkontakt herzustellen, und schließlich wird alles mit kleiner Körnung gemulcht und gewässert.

Wertvolle Tipps zum Stauden Pflanzenkauf!

Profigärtner empfehlen die frisch erworbenen blühenden Stauden vor dem Einpflanzen zurückzuschneiden. Kann das richtig sein? Schließlich kauft der Kunde doch keine blühenden Stauden, nur um sie dann komplett zu stutzen! Doch das Entfernen der Blüten ist tatsächlich vorteilhaft für das Wachstum der Pflanzen, da die Energie dann in die Wurzelentwicklung fließt, anstatt in Blüte oder Samen.

Besondere Hinweise beim Pflanzen von jungen Bäumen und Gehölzen

Hinweise und Tipps für das Pflanzen von jungen Bäumen und Gehölzen 

Gibt es noch weitere Aspekte, die man beim Pflanzen von Gehölzen beachten sollte? Werden junge Bäume oder Gehölze mit dem Ballentuch eingepflanzt?

Das Vorgehen hängt vom Material des Ballentuchs ab:

Jute-Ballentücher (organisch, handgebunden): Diese können im Pflanzloch verbleiben, da sie im Boden innerhalb kurzer Zeit verrotten, ohne das Wurzelwachstum zu behindern. Es wird empfohlen, zumindest den Knoten am Stamm zu öffnen und das Tuch seitlich etwas herunterzuziehen oder aufzuschneiden, damit sich die Wurzeln leichter ausbreiten können.

Kunststoff- oder Konitex-Tücher (synthetisch): Diese müssen unbedingt entfernt werden, da sie nicht verrotten und die Wurzeln am Wachstum hindern können.

Drahtgeflecht/Drahtkörbe: Diese sind bei größeren Ballen üblich. Der Spanndraht am Stamm muss durchgeschnitten und entfernt werden, um ein Einschnüren des Stammes zu verhindern. Der restliche Korb kann oft im Boden bleiben, da er mit der Zeit verrostet, aber das Entfernen der oberen Teile ist wichtig.